Verhalten im Brandfall

Was tun, wenn es brennt?

Diese Frage werden Sie sich sicherlich auch schon einmal gestellt haben. Im Folgenden nehmen wir einmal an, Sie bemerken in Ihrer Wohnung Brandrauch. Im Flur vernehmen Sie das typische Knistern des Feuers und erkennen in der Küche den Schein von Flammen. Was nun?

1. Ruhe bewahren!
Zugegeben, dass hört sich einfacher an als es wirklich ist, wenn man sich in einer solchen Gefahrensituation befindet. Aber auch wenn Eile geboten ist, muss jetzt jeder weitere Schritt gut überlegt sein. Ruhiges und besonnenes Handeln schütz Sie vor Fehlern, die eventuell fatale Folgen haben könnten.

2. Brandbekämpfung ja oder nein?
Wenn möglich, versuchen Sie einen Entstehungsbrand selbst zu löschen. Aber wirklich nur dann, wenn Sie sich dabei selbst keiner Gefahr aussetzen. In der Regel werden Sie aber leider keine Chance haben, einen gefahrlosen Löschversuch zu starten. In unserem Fall wurden Sie durch den Rauch auf das Feuer aufmerksam. Das bedeutet für Sie ganz klar, dass Sie hier keinerlei Löschversuche mehr unternehmen dürfen. Bedenken Sie dabei bitte, dass schon geringste Mengen Brandrauch hochgiftige Bestandteile enthalten und binnen weniger Atemzüge eine tödliche Wirkung zeigen können. Weit über 90% aller Brandopfer sterben nicht durch die Flammen, sondern durch das Einatmen des tödlichen Brandrauches. Gehen Sie keinesfalls ein unnötiges Risiko ein. Ihre Gesundheit und die Gesundheit Ihrer Mitbewohner muss ab jetzt Ihr höchstes anzustrebendes Ziel sein. Wenn möglich schließen Sie noch schnell die Tür zum Brandraum. Diese einfache Maßnahme verzögert -eine gut schließende Raumtür vorausgesetzt- die Brandausbreitung auf den Rest der Wohnung um einige sehr wertvolle Minuten.

3. Mitbewohner informieren!
Befinden sich weitere Menschen in der Wohnung, fordern Sie diese zum Verlassen der Wohnung auf. Unterstützen Sie alte und kranke Mitbewohner beim Verlassen der Brandwohnung. Lassen Sie Kinder niemals alleine zurück, bleiben sie auch außerhalb der Wohnung/des Gebäudes stets in deren Nähe.

4. Türe zum Hausflur/Treppenraum verschließen!
Achten Sie darauf, dass der letzte Bewohner die Wohnungstüre zum Treppenraum bzw. zum Hausflur verschließt. Dies vermindert die Rauchausbreitung und gibt so weiteren Hausmitbewohnern mehr Zeit, sich später (siehe Punkt 6) ebenfalls ins Freie zu retten.

5. Feuerwehr alarmieren!
Alarmieren Sie per Handy, Telefon eines Nachbarn oder über eine Telefonzelle die Feuerwehr. Über den bundeseinheitlichen Feuerwehrnotruf 112 können Sie zu jeder Tages- und Nachtzeit einen Notruf absetzen. Nennen Sie ihren Namen, was passiert ist sowie Straße und Hausnummer der Wohnung.
Wichtig: Beenden Sie niemals selbstständig das Gespräch, legen Sie erst auf, wenn der Einsatzbearbeiter das Gespräch beendet. Sehr wahrscheinlich wird er noch einige Informationen von Ihnen benötigen und Ihnen wichtige Tipps zur weiteren Verhaltensweise geben. Aber keine Angst, auch wenn Ihnen das Gespräch in dieser Situation unendlich langwierig erscheint, die Alarmierung der Einsatzkräfte wird noch während des Telefonates eingeleitet. In wenigen Minuten ist Ihre Feuerwehr vor Ort.

6. Mitbewohner warnen!
Klingeln Sie bei Ihren Mitbewohnen. Informieren Sie sie über das Feuer. Ist das Treppenhaus bzw. der Flur noch rauchfrei, fordern Sie sie auf, sich ebenfalls schnellstmöglich ins Freie zu begeben. Helfen Sie Kindern, alten oder kranken Menschen das Gebäude zu verlassen. Dringt bereits Rauch in das Treppenhaus oder den Flur, dann fordern Sie ihre Mitbewohner auf, ihre Wohnungstüren nicht mehr zu öffnen und sich an geöffneten Fenstern aufzuhalten.

7. Feuerwehr einweisen!
Sind alle Mitbewohner evakuiert oder verständigt, sollte auch schon die Feuerwehr an der Einsatzstelle eintreffen. Machen Sie schon bei der Anfahrt der ersten Einsatzfahrzeuge ganz deutlich, z.B.: durch Winken, auf sich aufmerksam. Nicht immer ist der Feuerwehr die genaue Hausnummer bekannt und ein Feuer ist nicht immer von der Straße aus zu erkennen.

8. Unterstützen Sie ihre Feuerwehr!
Ist die Feuerwehr eingetroffen, benötigt der Einsatzleiter weitere Informationen von Ihnen. Unter anderem braucht er meist folgende Angaben:

  • Was brennt ? (Geschirrspüler, Wohnzimmer ...)
  • Wo brennt es genau ? (Stockwerk, Wohnung, Raum ...)
  • Wo ist der schnellste Zugang ? (z.B.: über Hintereingang)
  • Befinden sich noch Personen oder Tiere in der Wohnung oder dem Gebäude?
  • Entfernen Sie sich nicht ohne Einwilligung des Einsatzleiters von der Einsatzstelle. Er kann Sie wohlmöglich noch für die Beantwortung weiterer Fragen benötigen